Andreas Robanser Andreas Robanser
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Nach nur 14 KHL Spieltagen im Monat Jänner wartet nun auf 164 einberufene KHL-Spieler die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking.

Die KHL startete gleich einmal mit zwei persönlichen Rekorden in das neue Jahr. So bestritt Ak Bars Head Coach Dmitry Kvartalnov. Im Spiel gegen Sibir Novosibirsk feierte Ak Bars einen 6:2 Sieg in seinem 800. Spiel als KHL Cheftrainer. Kvartalnov ist damit der erste Trainer in der KHL, der diese Marke überschritt. Der heute 55-Jährige startete seine Trainerlaufbahn 2009 bei Severstal Cherepovets und war in der Folge für Sibir Novosibirsk, CSKA Moskau und bei Lokomotiv Yaroslavl als Head Coach tätig. Als der erfahrenste Trainer der Liga fehlt Kvartalnov aber noch immer der Gewinn des Gagarin Cups.

Eine sehr starke erste KHL Saison kann und damit auch einen Rekord kann Niko Ojamaki aufweisen. Der Vityaz Stürmer konnte am 9.Jänner im Spiel gegen Avangard Omsk mit seinem 29.Saisontor wohl die 1:4 Niederlage der Ritter gegen den amtierenden Gagarin Cup Champion verhindern. Sein 29.Tor für Vityaz Podolsk, das dem 26-jährigen Finnen im Powerplay gelang, stellte aber zugleich einen neuen Rekord für einen finnischen Angreifer in der KHL. Damit löste er Salavat Yulaev Stürmer Teemu Hartikainen als erfolgreichsten finnischen Schützen in einer KHL Saison ab. Der Ufa Stürmer konnte sich diesen Rekord mit 28 Treffern erst in der abgelaufenen Saison sichern.

Im Jänner konnten mit SKA St.Petersburg und CSKA Moskau die ersten beiden Mannschaften aus der West Conference ihre Playoff Teilnahme 2022 fixieren. Als erstes Team gelang dies SKA am 13.Jänner mit dem knappen 2:1 Heimerfolg über den HC Sochi und gleich darauf fixierte auch die Armeemannschaft aus Moskau von Head Coach Sergey Fedorov dieses erste wichtige Etappenziel. Mit Traktor Chelyabinsk, Metallurg Magnitogorsk und zuletzt Ak Bars Kazan aus der East Conference haben damit insgesamt fünf KHL Teams die KHL Playoffs vorzeitig fixiert.

Bei SKA stand zu diesem Zeitpunkt bereits Roman Rotenberg als neuer Head Coach auf der Spielerbank des Klubs aus St.Petersburg. Mit seinen 40 Jahren ist Rotenberg der jüngste Trainer in der KHL Geschichte. Rotenberg, der bereits in der vergangenen Saison coronabedingt kurz das Amt von Valery Bragin übernahm, löste diesen nun am 4.Jänner offiziell als SKA Trainer ab. Gleich seine ersten beiden Spiele als Head Coach gegen die Kunlun Red Star und über Torpedo Nizhny Novgorod konnte Rotenberg für sich entscheiden. In seinem dritten Spiel setzte es dann aber im Heimspiel gegen Ak Bars Kazan eine 1:3 Niederlage, wobei sich die Gäste ironischerweise auch für die Playoffs fix qualifizieren konnten.

Die Kunlun Red Star hingegen hatten im Jänner keinen einzigen Erfolg zu feiern. So musste man sich frühzeitig und als erstes Team der KHL aus dem Playoff Rennen verabschieden und stellte mit nun 14 Niederlagen einen neuen negativen Klubrekord auf. Die meisten Niederlagen in Folge hält aber in der KHL die Mannschaft von Spartak Moskau. Diese mussten sich in der Saison 2013-2014 gleich 19 Mal in Folge geschlagen geben.

Mitte Jänner musste die KHL am 12.Jänner mit 60 bestätigten Covid-19 Fällen bei den KHL Teams und den weiteren 32 Fällen am folgenden Tag den Grunddurchgang unterbrechen. Die KHL entschied sich aus der epidemiologischen Situation zwischen dem 15. Jänner und dem ersten geplanten Spiel nach der Olympia Pause am 22.Jänner eine Pause einzulegen. Damit war das Spiel zwischen den Vladivostok Admiral und Sibir Novosibirsk am 14.Jänner das letzte ausgetragene Spiel in diesem ersten Monat des Jahres 2022.

Nach Gesprächen mit den Teams ergab es sich, dass 16 von 24 Vereinen und damit zwei Drittel der KHL Teams während der Olympia Pause keine Spiele bestreiten wollen. Damit wird es keine angedachten KHL Begegnungen während der Winterspiele in Peking geben und die reguläre KHL Saison wird nach der Abschlussfeier der olympischen Spiele fortgesetzt werden. Damit bestätigte die KHL die volle Olympia-Pause. Die KHL wird eine endgültige Entscheidung über den Rest der Saison nach dem 10. Februar veröffentlichen.

Damit können sich die 164 KHL Spieler, die von ihren Nationen in das jeweilige Olympia Team einberufen wurden, frühzeitig auf die olympischen Spiele 2022 vorbereiten.

Mit dieser Zahl an Spielern stellt die KHL gleich 55% aller Olympiateilnehmer am Männer Eishockeyturnier in Peking. Zugleich ist dies eine Steigerung zum Vergleich zu den für Russland erfolgreich verlaufenden Spielen 2018 in PyeongChang, wo der KHL-Spieleranteil 47% betrug.

Einen großen Teil dieser 164 Akteure trägt neben dem russischen Team aber auch die Mannschaft des Gastgebers China bei. Stammen doch alle 25 Spieler aus dem Kader des KHL Klubs der Kunlun Red Star. Diese Tatsache ist zugleich auch ein historisches Ereignis, ist es doch zum ersten Mal seit 62 Jahren, dass ein Land an den olympischen Spielen mit einem Kader von nur einer einzigen Klubmannschaft teilnimmt. Dabei möchte Chinas Head Coach und zugleich Kunlun Cheftrainer Ivano Zanatta Respekt von der Eishockeywelt erlangen. Der Italiener spricht seinem Team auch Hoffnung zu. Glaubt doch Zanatta mit diesem Team auf dem Level von Dänemark oder Lettland zu sein. 

„Wir wollen einfach zeigen, dass wir dazugehören. Es ist eine große Chance für uns, aber seien wir ehrlich, wir sind die Nummer 32 der Welt und wenn wir in die Top 12 kommen, müssen wir mit unseren Zielen realistisch sein. Wenn wir versuchen können, jemanden zu verärgern, warum nicht, aber realistischerweise sind wir da, um zu zeigen, dass wir dazugehören und den Respekt der Eishockeywelt erlangen wollen;“ so Ivano Zanatta nach der Teampräsentation.

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Titelverteidiger Russland wird als ROC an diesen Winterspielen teilnehmen. KHL Rekord - und Topscorer Vadim Shipachyov wird dabei als Kapitän des Teams fungieren. Für den Dynamo Moskau Spieler, der dieses Amt auch bei seinem Klub ausübt, werden dies seine zweiten Spiele sein. Der 34-jährige bestritt 2018 aber nur das Auftaktspiel gegen die Slowakei. Neben Shipachyov sind dies Goalie Ivan Fedotov und Verteidiger Nikita Nesterov. Im Sturm kommen Sergei Andronov, Mikhail Grigorenko, Pavel Karnaukhov, Sergei Plotnikov und Anton Slepyshev zum Zug. Mit Nesterov sowie den beiden erstgenannten CSKA Stürmern Andronov und Grigorenko kommen gleich drei der sieben Titelverteidiger aus der Moskauer Armeemannschaft, die 2018 bereits in PyoengChang Gold gewinnen konnten. Die weiteren Spieler sind Nikita Gusev von SKA, Yegor Yakovlev von Metallurg Magnitogorsk sowie Vyacheslav Voynov, der wie Shipachyov bei Dynamo Moskau tätig ist.

Eine Änderung gab es bereits beim Team von ROC. So steigt Vladimir Tkachyov von Traktor von der Reserveliste auf, nachdem Artyom Anisimov von Lokomotiv positiv auf Coronavirus getestet wurde.

Für Lettland ersetzt Dinamo Rigas erfahrener Flügelspieler Gints Meija Roberts Bukarts, der derzeit bei Vikovice in Tschechien spielt.

Finnland wählte gleich 18 KHL Spieler für den Kader. Alle drei Torhüter – Juho Olkinuora, Harri Sateri und Frans Tuohimaa – spielen in der KHL. In der Verteidigung werden Jokerit Niklas Friman und Petteri Lindbohm von Valterri Kemilainen (Vityaz), Ville Pokka (Avangard) und Mikko Lehtonen (SKA) in Peking mit dabei sein und im Angriff plant Trainer Jukka Jalonen mit dem Salavat Yulaev Trio Teemu Hartikainen, Markus Granlund und Sakari Manninen die Führung zu übernehmen. Daneben spielen noch die neuen erfolgreichsten finnischen KHL Stürmer Niko Ojamaki von Vityaz Podolsk und Miro Aaltonen, Marko Anttila, Hannes Bjorninen und Iiro Pakarinen. Die beiden SKA Spieler Joonas Kemppainen und Leo Komarov vervollständigen die 18-köpfige KHL-Garde der finnischen Löwen.

Bei Schweden werden es hingegen nur acht Spieler sein, die in der KHL tätig sind. Die Tre Kronor umfasst aber mit Lars Johansson (SKA), Adam Reideborn (CSKA) und Magnus Hellberg (Sochi) gleich alle drei Torhüter. Neben dem Goalie Trio werden Verteidiger Lukas Bengtsson (Dinamo Minsk), Oscar Fantenberg (SKA) und Linus Hultstrom (Metallurg) sowie CSKA-Stürmer Lucas Wallmark und Joakim Nordstrom auf die Medaillenjagd gehen.

Mit sechs KHL-Spielern wollte Craig Ramsay in das Olympiaturnier mit der Slowakei starten. Neben Torhüter Patrik Rybar von Dinamo Minsk, Verteidiger Michal Cajkovsky (Sibir) und den Stürmern Marek Hrivik (Torpedo), Libor Hudacek (Dinamo Minsk) und Tomas Jurco (Barys) wäre das Peter Cehlarik gewesen. Der Avangard Spieler wurde aber nun positiv auf Corona getestet und ist nun für den Turnierstart fraglich.

Das Team Dänemark freut sich auf seinen allerersten olympischen Auftritt. Und das 75 Jahre nachdem das skandinavische Land begonnen hat, internationales Eishockey zu spielen. Mit Niklas Jensen von Jokerit Helsinki wird auch in diesem Team zumindest ein KHL Spieler zu finden sein.

Tschechien setzt auf 12 KHL Spieler. Wie Finnland und Schweden kommen auch bei den Tschechen mit Patriсk Bartosak, Simon Hrubec und Roman Will alle drei Torhüter aus der KHL. Sechs der sieben Verteidiger spielen ebenfalls in der KHL. Nur im Angriff setzt Trainer Filip Pesan neben vier Spielern aus der National League in der Schweiz mit Tomas Hyka, Radan Lenc und Libor Sulak nur auf drei Spieler aus der KHL.

Bei den Letten gab es ebenfalls bereits coronabedingt eine Änderung im Kader. So ersetzt Dinamo Riga Flügelspieler Gints Meija seinen Kollegen Roberts Bukarts. Damit stehen im Kader des lettischen Head Coach Harijs Vitolins gleich 11 KHL Spieler. Dabei bestreiten die beiden Dinamo Riga Spieler Lauris Darzins und Martins Karsums ihre bereits dritten olympischen Spiele.

Team Canada greift nach der erneuten NHL-Absage ebenfalls auf Spieler aus der KHL zurück. So wird Lokomotiv Tormann Eddie Pasquale seine ersten Spiele bestreiten. In der Defensive verlässt sich Jeremy Colliton, der nach einer Verletzung von Claude Julien kurzfristig diesen Posten übernahm, mit Mark Barberio, Jason Demers, Brandon Gormley, Alex Grant und Mat Robinson gleich auf fünf Verteidiger aus der KHL.

Im Angriff kommen mit Corban Knight, Eric O'Dell und Jordan Weal nur drei Spieler der Ahornblätter aus der KHL.

Das zweite Team aus Nordamerika setzt hingegen großteils auf Spieler aus der College Liga NCAA, so fanden nur Verteidiger Steven Kampfer von Ak Bars Kazan, Brian O'Neill von Jokerit Helsinki sowie Kenny Agostino von Terpedo Nizhny Novgorod und Nick Shore von Sibir die Aufnahme in das US Olympia Team 2022.

Das Team aus Deutschland verzichtete in seinem Aufgebot auf Avtomobilist Stürmer und Silbermedaillengewinner von 2018 Brooks Macek und wird so wie die Schweiz ohne einen Spieler aus der KHL an diesen olympischen Spielen teilnehmen.

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