Am gestrigen 1.September startete die KHL mit dem bereits traditionellen Duell zwischen den beiden Gagarin Cup Finalisten der abgelaufenen Saison in die neue Spielzeit. Dabei setzte sich am Ende trotz 0:2 Rückstand CSKA Moskau mit 6:2 durch.
CSKA Moskau machte sich im ersten Drittel das Spiel selbst schwierig, kassierte man doch gleich 29 Strafminuten, wobei Prokhor Poltapov wegen eines Checks an Artyom Zemchyonok eine fünf Minuten Strafe kassierte. Zu diesem Zeitpunkt führte Metallurg durch einen Pavel Akolzin Treffer in der 9.Minute bereits mit 1:0. Die große Strafe gegen CSKA nutzten die Gäste aus Magnitogorsk nach zwei weiteren Spielminuten durch Semyon Koshelev zu einem weiteren Treffer.
Mit 2:0 für die Gäste ging es in den Mittelabschnitt, in dem mit Mikhail Grigorenko der beste CSKA Torschütze der abgelaufenen Saison nach nur 45 Sekunden auch gleich den ersten Treffer für sein Team in dieser Saison erzielen konnte. Mit Pavel Karnaukhov gelang in der 27.Minute dann einem weiteren langjährigen CSKA Spieler der nicht unverdiente Ausgleich und Semyon Pankratov schoss nur 68 Sekunden später sogar den Führungstreffer für das Heimteam. Nun wechselte Metallurg den Goalie und Edward Pasquale kam für den unglücklichen Vasily Koshechkin.
Dies stoppte kurz den amtierenden Champion, doch Sergei Plotnikov und Danil Yurtaikin sorgten noch in diesen zweiten 20 Minuten für den 5:2 Vorsprung. Im Schlussabschnitt gab es dann nur noch einen Treffer. Dieser gelang wieder Grigorenko, der damit gleich im ersten Spiel mit 3 (2+1) Punkte der Topscorer dieses Spiels war.
Vor dem Start dieser 15. KHL Saison gab es auch einige Neuigkeiten. Mit dem Ausstieg von Jokerit Helsinki und Dinamo Riga wurden Veränderungen in den Conferences nötig. So wechselten die Kunlun Red Star mit ihrer weiteren Spielstätte Mytishchi in die Tarasov Division und damit auch in die West Conference.
Viel Neues gibt es in dieser Saison auch in Dingen Heimstadien. So kehrt Avangard Omsk erstmals seit dem Frühjahr 2018 wieder nach Omsk zurück, wo nun ab dem ersten Oktober mit der G-Drive Arena in Omsk eine neue Heimstätte auf die Falken warten wird.
Zum Saisonauftakt geht es für Avangard Omsk aber noch einmal in die Arena Balashikha am Stadtrand von Moskau. Dort, wo man mit dem Gagarin Cup 2021 den größten Triumph der Klubgeschichte feiern konnte, wird nun Vityaz die Heimspiele austragen.
In der West Conference sollten sich CSKA Moskau und SKA St.Petersburg wieder die Führungsposition untereinander ausmachen können.
Der amtierende Gagarin Cup Champion hatte Abgänge in der Defensive zu verzeichnen und im Sturm verließ Kapitän Sergei Andronov nach 11 Jahren CSKA. Dies konnte aber mit der Rückkehr von Maxim Mamin aus der NHL ausgeglichen werden. Sergei Fedorov, der im vergangenen Jahr mit CSKA Moskau erstmals ein Team als Head Coach führte, kann mit mehr Erfahrung in seine zweite Saison als Cheftrainer starten.
Bei SKA St.Petersburg wird Roman Rotenberg erstmals als Head Coach in eine Spielzeit starten. Während der Covid Zeit übernahm der General Manager des Klubs bereits einige Male dieses Amt und im Jänner 2022 löste er Valeri Bragin als Head Coach von SKA ab.
SKA wird mit einer neu aufgestellten Verteidigung in diese Saison starten. Mit Nikolai Prokhorkin von Avangard Omsk, Alex Grant von Jokerit Helsinki und Dmitrij Jaskin, der aus der NHL an die Stadt an der Neva zurückkehrte, sollte SKA über den nötigen starken Angriff verfügen um in der West Conference wieder an der Spitze zu stehen.
Dynamo Moskau nach einer Neuausrichtung des Teams und Lokomotiv Yaroslavl werden auch in der neuen Saison diese beiden Teams herausfordern. Auch mit Severtsal Cherepovets ist in diesem Jahr zu rechnen. Trainer Andrei Razin hat zwar keine Stars in der Mannschaft, doch nach Platz 5 im Vorjahr ist auch in diesem Jahr die Mannschaft zu beachten, gab es im Sommer doch keine ernsthaften Abgänge.
Ebenso sollte Spartak Moskau wieder fix um einen Playoff Platz mitspielen können. Wie bei Dynamo Moskau gab es zahlreiche Veränderungen im Team, doch mit neuen Spielern wie Phil Varone oder Shane Prince, die bereits KHL Erfahrung mitbringen, kann man mit einem fixen Playoff Platz rechnen.
Dahinter wird es im Playoff Kampf wohl sehr knapp und deshalb sehr spannend ablaufen. Nach Platz 8 in der abgelaufenen Saison setzt Dinamo Minsk weiter auf Spieler aus Nordamerika. So kamen heuer gleich acht neue Spieler aus Übersee in die weißrussische Hauptstadt.
Der HC Sochi sollte seine Spielstärke aus der letzten Saison ebenfalls beibehalten haben und so wie Torpedo Nizhny Novgorod Chancen auf einen Playoff Platz haben. Bei Torpedo steht besonders Igor Larionov im Mittelpunkt. Übernahm der 61-Jährige doch erstmals ein Amt als Cheftrainer einer Klubmannschaft.
Vityaz mit der neuen Heimstätte in Balashikha und dem neuen Trainer Vyacheslav Butsayev sowie die Kunlun Red Star, die sich nun in der West Conference näher an den anderen Teams finden werden dürfen, können sich aber zumindest Hoffnung auf eine Postsaison machen.
In der East Conference wird heuer wohl Ak Bars Kazan das zu schlagende Team sein. Oleg Znarok, der mit seinem Wechsel von Spartak erstmals ein Team der East Conference trainieren wird, kann auf Ak Bars Kapitän Danis Zaripov setzen. Zusätzlich kehrte Alexander Radulov nach sechs erfolgreichen NHL Spielzeiten in die KHL zurück.
Einen Spitzenplatz wird aber wohl auch Metallurg Magnitogorsk in Anspruch nehmen. Der Finalist der abgelaufenen Spielzeit kann wohl in dieser Saison mit dem besten KHL Angriff in die neue Saison starten und mit dem Kanadier Eddie Pasquale, der aus Yaroslavl nach Magnitogorsk kam, sollte zusammen mit Vasily Koshechkin auch das dafür nötig starke Torhüter-Duo gefunden sein.
Mit dem Gagarin Cup Champion 2021 Avangard Omsk gibt es aber einen weiteren Anwärter auf den Top Platz der West Conference. Bei den Falken übernahm Dmitry Ryabykin den Chefsessel von Bob Hartley. Reid Boucher kehrte nach einer Saison bei Lokomotiv zu den Falken zurück. Ebenso neu in den Reihen wird Nordamerika-Heimkehrer Vladimir Tkachyov sein. Ein Problem könnte für den Klub aber die zu Beginn über die 12 Spiele andauernde Auswärtsserie sein. Das nun echte Heimpublikum in Omsk wird dieses Handycap aber wohl mit dem ersten Heimspiel Anfang Oktober wieder ausgleichen können.
Dahinter werden sich wohl Salavat Yulaev und Traktor Chelyabinsk die Plätze ausmachen. In Ufa übernahm Viktor Kozlov nach zwei Jahren als Assistent das Amt des Head Coaches und mit dem Kanadier Josh Ho-Sang und dem US Amerikaner Alexander Chmelevski sollte man im Sturm neben den zahlreichen jungen Spielern zwei starke Legionäre gefunden haben.
Traktor musste ebenfalls die Legionäre ersetzen, dies soll mit Anton Burdasov und Pyotr Khokhryakov gelingen. Mit Teemu Pulkkinen steht in diesem Jahr nur ein einziger Legionär im Team der Bären aus Chelyabinsk.
Mit Barys Nur-Sultan sollte mit der Rückkehr von Trainer Andrei Skabelka heuer wieder mehr zu rechnen sein. Mit Jesse Graham und Chris Bigras in der Verteidigung sowie Anthony Louis und Jeremy Bracco in der Offensive sollten auch vier Nordamerikaner geholt worden sein, die dem Team ebenfalls weiterhelfen könnten.
Bei Avtomobilist und Sibir Novosibirsk gab es kaum nennenswerte Neuerungen. Für Neftekhimik, Amur Khabarovsk und den Vladivostok Admiral wird es wohl wie schon in den letzten Jahren darum gehen einen Playoff Platz zu erreichen. Dabei darf Amur mit Janis Kalnins und Evgeny Alikin auf eines der verlässlichsten Torhüter-Duos der Liga setzen.


