Andreas Robanser Andreas Robanser
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Mit je zwei Begegnungen in der East und zwei der West Conference starten die KHL Playoffs 2021 mit den ersten vier Conference Viertelfinalduellen. Dabei ist im Osten vieles möglich, im Westen sollten sich die Heimteams durchsetzen.

In der East Conference kommt es gleich in der ersten Runde zu einem ganz speziellen Aufeinandertreffen. Stehen sich doch im Duell zwischen Avtomobilist Ekaterinburg neben Ilya Kovalchuk und Pavel Datsyuk mit Bob Hartley und Bill Peters auch zwei kanadische Trainer gegenüber.
In den vier Spielen im Grunddurchgang konnte sich Avangard sowie auch Avtomobilist in ihren Heimspielen durchsetzen. Nach seiner Verletzung kehrte auch Ilya Kovalchuk zuletzt in die Avangard Aufstellung zurück und mit einem Tor und einen Assist zeigte der 37-Jährige, das mit ihm zu rechnen sein wird.
Bei Avtomobilist blickt alles auf Pavel Datsyuk. Sollte der 42-jährige Altstar seine Hockeysense wieder voll ausspielen können, sollte zumindest mehr möglich sein als im letzten Jahr. Schied Avtomobilist 2020 doch gleich in der ersten Runde gegen Sibir Novosibirsk mit 1-4 aus. Ebenso in der ersten Runde waren im vergangenen Jahr auch für Avangard die Playoffs nach sechs Spielen gegen Salavat Yulaev mit 2-4 zu Ende. Für Avtomobilist und Trainer Bill Peters könnte es Vorteile haben, dass es gegen ein Team mit einem ebenfalls Nordamerikanischen Trainer geht. Von der Papierform sollte sich Avangard Omsk in dieser Serie aber durchsetzen.

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Um einiges klarer sollte das Duell zwischen Ak Bars Kazan und Torpedo Nizhny Novgorod ausgehen. Torpedo gelang nach dem Wechsel aus der West in die Ost Conference ebenfalls die Playoff Teilnahme. Dies sollte für die Mannschaft aus Nizhny Novgorod als Erfolg gezählt werden. Im Grunddurchgang konnte Torpedo nur das ertse Heimspiel Ende September mit 4:2 für sich entscheiden. Zusätzlich konnte Kazan in diesen vier Spielen gegen Torpedo im Grunddurchgang gleich 19 Tore erzielen, daher geht der East Conference Sieger aus Kazan auch als ganz klarer Favorit in diese Serie.

Um einiges enger wird es in der Serie zwischen Metallurg Magnitogorsk und Barys Nur-Sultan. Magnitogorsk konnte drei der vier Spiele in der Regular Season für sich entscheiden. Metallurg konnte dabei beide Heimspiele gewinnen, dabei ging aber ein Spiel mit einer Tordifferenz von nur zwei Toren zu Gunsten der Mannschaft aus der Stahlstadt zu Ende. In Nur-Sultan setzte sich einmal Barys in der Overtime durch und Metallurg konnte das erste Treffen der beiden Teams mit 2:1 im Shootout für sich entscheiden. Bereits im letzten Jahr standen sich diese beiden Mannschaften gegenüber, dort setzte sich das Team aus Kasachstan aber mit 4-1 Siegen durch. Für Magnitogorsk werden die ersten beiden Heimspiele richtungsweisend sein, mit der Erfahrung von Sergei Mozyakin sollte sich Magnitogorsk am Ende knapp gegen Barys durchsetzen können.

Im vierten East Conference Duell treffen Salavat Yulaev und Traktor Chelyabinsk aufeinander. Dort stehen drei Finnen Teemu Hartikainen, Markus Granlund und Sakari Manninen, die zu dritt gleich 70 der 181 Tore für Ufa im Grunddurchgang erzielen konnten, einer soliden Defensive von Traktor gegenüber. Traktor hat in der Offensive aber in den 60 Spielen des Grunddurchgangs gleich 24 Tore weniger erzielt als Salavat Yulaev. Ein Plus für Salavat Yualev könnte die Torhüterposition werden. So haben die beiden Traktor Goalies Ivan Fedotov und Roman Will noch kein einziges Post Season Game in der KHL bestritten. Juha Metsola hingegen bestritt seit den Playoffs 2018 für Amur und Salavat Yulaev insgesamt 28 Begegnungen.

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Im Westen kommt es zum Moskauer Derby zwischen CSKA Moskau und Spartak. Da beide Teams in der CSKA Arena ihre Spiele bestreiten wird es so keine wirklichen Heim- und Auswärtsspiele für diese beiden Teams geben. Die Armeemannschaft von Trainer Igor Nikitin geht dabei als ganz klarer Favorit in diese Spiele.
CSKA konnte in der abgelaufenen Saison die Abgänge wie Grigorenko und Kaprizov wegstecken. Am Ende brachte es CSKA aber auf 91 Punkte und konnte so die Dominanz im Westen erneut bestätigen. Spartak Moskau musste lange um einen Playoff Platz kämpfen, kann aber auch mit Zuversicht in dieses Duell gehen, konnten doch zwei der vier Spiele gegen die Armeemannschaft gewonnen werden. Das letzte Aufeinandertreffen dieser beiden Teams in den Gagarin Cup Playoffs gab es 2018, wo sich CSKA mit einem 4-0 Sweep durchsetzen konnte, im letzten Jahr musste sich Spartak in einem Derby Dynamo Moskau mit 2-4 geschlagen geben.

SKA St.Petersburg trifft in diesem Conference ¼-Finale auf Dinamo Minsk. Dem weißrussischen KHL Team gelang erstmals seit 2017 wieder der Sprung in die Post Season. Minsk konnte über die gesamte Saison einen Platz unter den Top 8 halten und so zog die Mannschaft von Craig Woodcroft auch verdient und sicher in die Playoffs ein. Für die Bisons war diese Saison die vierterfolgreichste in der KHL, es wäre daher nicht überraschend, sollte Dinamo ein oder zwei Spiele gegen SKA gewinnen können. SKA war in der abgelaufenen Saison Corona bedingt gezwungen verschiedene Aufstellungen und Spieler einzusetzen, dieser dadurch junge und große Kader spricht am Ende aber klar für die Mannschaft aus St.Petersburg. Die beiden Duelle im Grunddurchgang konnte jeweils das Heimteam für sich entscheiden. Dabei benötigte Dinamo Minsk im Heimspiel aber eine Verlängerung um sich mit 4:3 durchzusetzen und erstmals nach vier Niederlagen in Serie wieder einen Sieg gegen SKA zu feiern. Dinamo Minsk ist aber das KHL Top Team in Sachen Overtime, so konnte Minsk von den 18 Spielen, die in eine Overtime und in ein Shootout gingen, gleich 15 für sich entscheiden.

Zum ersten Mal in der Gagarin Cup Playoff Geschichte kommt es zu einem Duell zwischen Dynamo Moskau und Severstal Cherepovets. Die Blau-Weissen gehen als Favorit in diese Begegnungen und mit dem KHL Punktesieger der abgelaufenen Regular Season Vadim Shipachyov und dem Top-Torschützen Dmitrij Jaskin stellt Dynamo auch den gefährlichsten Angriff der Liga. Severstal konnte heuer richtig überraschen und Head Coach Andrei Razin konnte sein Team ohne wirkliche Stars erstmals seit 2018 wieder in die Playoffs führen. In den beiden Spielen zwischen Dynamo und Severstal gelang der Mannschaft aus Cherepovets im November sogar ein 3:2 Auswärtserfolg nach Penaltyschießen. Ebenfalls schwierig für Dynamo könnte es werden wenn ein Spiel in die Verlängerung gehen würde. So konnte Severstal in den letzten sechs Begegnungen gegen Dynamo gleich vier Spiele im Shootout für sich entscheiden. Am Ende sollte sich aber trotzdem die Klasse von Dynamo Moskau durchsetzen, doch mit einer sehr einfachen ersten Playoff Runde sollte Dynamo Moskau nicht rechnen.

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Im vierten West Conference Viertelfinale stehen sich Lokomotiv Yaroslavl und Jokerit Helsinki erneut gegenüber. Bereits im letzten Jahr standen sich diese beiden Teams gegenüber, wobei sich das finnische KHL Team mit 4:2 durchsetzen konnte. Heuer gehen diese Spiele aber unter einem ganz anderen Vorzeichen über die Bühne. Startete Jokerit in den Playoffs 2020 als Heimteam in die Serie, muss Helsinki im heurigen Jahr alle Spiele Corona-bedingt in Yaroslavl bestreiten. Zusätzlich ist Lokomotiv Yaroslavl das beste West Conference Heimteam der abgelaufenen KHL Spielzeit. Doch ausgerechnet Jokerit gelang in dieser Saison gleich in beiden Auswärtsspielen in Yaroslavl ein 4:1-Erfolg und auch ein Spiel in Helsinki konnte Jokerit mit 4:3 in der Overtime für sich entscheiden.

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