Andreas Robanser,
exclusive for khl.ru
An den beiden letzten Wochenenden stand wieder das 2020 Fonbet KHL All Star Week am Spielplan. So zeigten vor acht Tagen die Frauen Liga (VHL) und die Junioren Liga (JHL) in der sehr gut besuchten VTB Arena in Moskau ihr Können.

Am Samstag betraten dann die KHL Spieler das All Star Eis. Diese zeigten sich bereits am Samstag bei der Skills Show mehr als gut gelaunt. So überreichte Dinamo Minsk Spieler Vyacheslav Gretsky (Tarasov Division) Spartak Goalie Julius Hudacek (Bobrov Division) mit Draniki eine typische Spiese aus Weißrussland. „Julius hat nichts gesagt, aber er hat alles verschlungen, also muss es gut gewesen sein“; so Vyacheslav Gretsky über seinen Lieferservice.

Bei den verschiedenen Disziplinen mogelten sich die Spieler teilweise gehörig durch die Prüfungen, dies führte natürlich zur Erheiterung bei den Zuschauern.

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Den großen Auftritt dieses Abends hatte aber Barys Nur-Sultan Akteur Darren Dietz. Der Kanadier erschien als Alexander Puschkin und zitierte in russisch aus dessen Werk Winter Morgen. Darren „Puschkin“ Dietz über seinen Auftritt: „Viele verbinden Russland mit Poesie und Literatur. Ich habe einige von Puschkin Verse gelernt und einige Stunden damit verbracht. Ich interessiere mich für russische Literatur, um ehrlich zu sein. Um ehrlich zu sein, habe ich noch nie von diesem Schriftsteller gehört, bevor ich nach Russland gekommen bin. Ich kenne seine Lebensgeschichte immer noch nicht: das ist meine zweite Aufgabe, heute habe ich nur die erste Lektion abgeschlossen.“

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Doch auch Väterchen Frost kam in Form von Egor Morozov und Jyrki Jokipakka erschien unter Anspielung auf seinen Namen als Weihnachtsbaum. „Ich weiß, dass mein Name auf Russisch wie der Ausdruck "yolki-palki" klingt, deshalb habe ich beschlossen, mich für meinen Elfmeter als "yolka", ein Tannenbaum, zu verkleiden. Es ist immer gut, diese Urlaubsstimmung beizubehalten, zumal ich immer davon geträumt habe, Joulopukki, den finnischen Weihnachtsmann, zu treffen.“

Doch auch Alexander Semin ließ sich im Penaltyschiessen etwas besonders einfallen, so durfte sein Sohn den Penaltyshot Versuch seines Vaters, dank Julius Hudacek, auch positiv abschließen.

Alexander Semin: „Vor dem Spiel kam mir spontan die Ideeund er mochte die Idee, also haben wir es gemacht. Ich war seit 2006 nicht mehr bei so einer Veranstaltung. Danke für die Einladung!“

Doch auch zukünftige Stars durften aufzeigen. So war JHL Spieler Yegor Anisimov der schnellste Spieler doch zu langsam für den Altzeitrekord von 12,45 Sekunden aufgestellt von Enver Lisin.

Anisimov nach dem Spiel: „Es ist großartig, Teil des KHL All-Star-Games zu sein, ich war aber richtig nervös bevor es begann. Ich bin stolz darauf, die JHL und meinen Verein Dynamo SPb zu vertreten. Und ich freue mich dass ich derschnellste war. Viele Spieler konnten in ihrer gesamten Karriere zum All-Star-Game und ich habe es schon geschafft. Darauf kann man stolz sein.“

Den schärfsten Schuss des Abends legte der Finne Jyrki Jokipakka (Kharlamov Division) im Dienste von Sibir mit 157,26 Km/h hin.

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Gestern Abend fanden sich zum Abschluss dieses Evens die vier Teams zum All Star Game ein. Dabei wurde den vier Division Trainern Alexei Kudashov, Dmitry Kvartalnov, Bob Hartley und Igor Nikitin jeweils ein russischer TV Modorator als Co-Trainer zur Seite gestellt.

Zum Auftakt besiegte das Team der Bobrov Division die Mannschaft der Chernyshev Division mit 7:4. Dabei zeigte der 19-Jährige JHL Gast German Shaporev eine große menge Spielfreude und so war er mit drei Toren und einem Assist einer der drei Spieler in dieser ersten Halbinalbegegnung mit vier Punkten.

Im zweiten Semifinalspiel zwischen der Tarasov und der Kharlamov Division kam es zu den ersten Strafen und so versuchte sich auch einmal Tarasov Division Torhüter Andrei Tikhomirov als Penalty Shot Schütze, er scheiterte jedoch an seinem Gegenüber Timor Bilyalov. Am Ende feierte sein Team aber einen 8:6 Erfolg.

Torpedo Tormann Andrei Tikhomirov: „Ich habe es wirklich genossen. Ich war mir nicht sicher, ob ich mich ernsthaft vorbereiten oder mich nur entspannen musste, aber in dieser Atmosphäre war alles ein Spass. Es bedeutet sehr viel, dass ich mich mit allen Stars der KHL unterhalten konnte aber es geht darum eine Show für die Fans auf die Beine zu stellen. Ich hoffe es hat ihnen gefallen.“

Im Spiel um Platz 3 standen sich also die Teams der Kharlamov und Chernyshev Division gegenüber. Dabei gab es einen Spielertausch im Team von der Chernyshev Division. So tauschten Juha Metsola und Linus Omark die Rollen. Zusätzlich gab es in den 20 Minuten gleich 16 Treffer zu sehen. Dabei zeigte sich der „neue“ Chernyshev Tormann mehr als gut gelaunt. Zuerst „provozierte“ er eine Strafe und bei einem klaren Tor forderte er einen Video Beweis. Der Finne kam bei den Referees, die zugleich der Videobeweis waren, aber nicht durch. In der 16.Minute dann ein Time Out von Dmitry Kvartalnov. Nach ein oder zwei Anweisungen an die Spieler kaute er ein Stück von der Taktiktafel ab, die sich als Kuchen heraus stellte. Nach 20 Minuten hieß es 8:8. Im Shoot-Out setzte sich dank Linus Omark, der alle vier Versuche stoppte die Chernyshev Division mit 9:8 durch. Dabei versuchten sich auf der anderen Seite Juha Metsola und Igor Bobkov gemeinsam im Tor.

Linus Omark: „Ich habe immer davon geträumt einmal im Tor zu spielen. Leider musste ich meine eigenen Skates benutzen; Juhas waren zu eng mit mir, das Spiel hat so viel Spaß gemacht. Übrigens habe ich sogar einen Lieblingsgoalie, meinen Cousin Daniel Henriksson.“

Juha Metsola: „Bei einem unterhaltsamen Event wie dem All-Star-Spiel ist es gut einmal als Stürmer zu spielen. Über seinen Teamkollegen Omark: „Ich hatte absolut Vertrauen in Linus als Tormann. Vielleicht sollten wir das während eines regulären Saisonspiels tun?“ (Lacht)

Im Finale zwischen der Bobrov Division und der Tarasov Division merkte man das dem Bobrov Team gleich vier Dynamo Moskau Akteure angehörten. Diese wollten in ihrer Heim Arena dieses Turnier natürlich gewinnen und so war das Finale etwas mehr als nur eine Exibitation. Besonders Kirill Kaprizov und Alexander Semin wollten dieses Spiel nicht so einfach abgeben. Nach unterhaltsamen 20 Minuten ging auch dieses Spiel in das Penaltyschiessen wobei Mikko Lehtonen den einzigen erfolgreichen Versuch zu verbuchen hatte und so der Bobkov Division Gold und somit auch eine kleine „Huda Show“ einbrachte. Julius Hudacek über das All Star Game: Ich denke, es war ein gutes Spiel für die Fans. Jeder hoffte auf ein schönes Hockey und wir sahen viele Tore, viele Schüsse. Unser Kapitän ist ein Dynamospieler und wir befinden uns in der Arena von Dynamo. Deshalb haben sich heute viele Fans hier eingefunden.

Dynamo Stürmer Dmitrij Jaskin über diesen Erfolg: „Schön, dass wir heute gewonnen haben. Ich denke, alle Dynamo-Spieler haben sich hier auf dem Heimeis sehr wohl gefühlt. Ich glaube, deshalb haben wir auch gewonnen. Ich weiß nicht, ob es eine Grund zum Feiern ist aber wir chillen einfach zu Hause. Insgesamt war die Veranstaltung super, es hat mir sehr gut gefallen. Wir haben viele interessante Menschen getroffen und hatten eine wirklich tolle Zeit.“

Nach zwei mehr als vergnüglichen Tagen ging dieses KHL All Star Weekend zuende bevor es in der Saison 2020 – 2021 in Riga zur 2021 Auflage kommen wird.

Weitere Stimmem:

Igor Nikitin, CSKA-Cheftrainer: „Es war eine großartige Show für die Fans. Die Jungs haben die Atmosphäre genossen, es hat sehr viel Spaß gemacht. Jeder wollte gewinnen. Ich habe mich nach dem Finale bei den Spielern bedankt, weil sie alles hineingesteckt haben. Für viele war dies nicht das erste Mal beim All Star Game, daher sind sie es gewohnt, aus der harten regulären Saisonplan zu diesem Spiel zu wechseln.“

Leonid Weisfeld, TV-Experte und Kommentator: „Ich konnte mir nur vorstellen, wie ich als Trainer sein würde, aber ich hätte nie gedacht, dass ich vor einer vollen Arena dies könnte. Es hat Spaß gemacht, vor so einem Publikum aufzutreten, und ich wusste, dass ich Teil eines Teams bin, auf das ich mich verlassen kann. Unter den Spielern hat mir die Leistung von Darren Dietz sehr gut gefallen. Mit solchem Gefühl rezitierte er Puschkin. Ich habe noch nie einen Nordamerikaner so gut Russisch sprechen hören. Es ist nicht einfach, Trainer zu sein. Von der Bank aus ist kaum etwas zu sehen. Im Kommentatorenkabine hat man eine andere Ansicht und viele verschiedene Blickwinkel. Das Spiel sieht ganz anders aus!“

Andreas Robanser,
exclusive for khl.ru

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